WhatsApp-Bug, Sperrbildschirm

WhatsApp-Bug: Sperrbildschirm auf Android-Geräten umgehbar

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 02:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Fehler in WhatsApp für Android kann bei Videoanrufen den Geräteschutz umgehen und Fotos freigeben. Betroffen sind mehrere Modelle.

WhatsApp-Bug auf Android öffnet Galerie trotz Sperrbildschirm
Ein modernes Smartphone liegt auf einem dunklen Schreibtisch mit ausgeschaltetem Bildschirm. Illustration mit AI erstellt.

Ein Sicherheitsforscher hat laut einem Bericht vom 2. September 2026 einen Bug in WhatsApp für Android entdeckt, der es ermöglicht, den Sperrbildschirm eines Geräts zu umgehen. Jose Rodriguez fand den Fehler über einen präparierten Ablauf bei eingehenden Videoanrufen und konnte darüber Zugriff auf die Fotogalerie des betroffenen Geräts erlangen.

Wie der Angriff funktioniert

Nach Angaben von Rodriguez lässt sich die Lücke ausnutzen, indem während eines eingehenden Videoanrufs auf dem Sperrbildschirm zunächst auf die verfügbaren Effekte getippt wird.

Anschließend führen die Optionen „Create with Meta AI“ sowie „Edit photo“ dazu, dass der Sperrbildschirmschutz umgangen wird und die Galerie des Geräts zugänglich wird. Der Angriff setzt allerdings physischen Zugriff auf das jeweilige Smartphone voraus – ein Angreifer muss das Gerät also tatsächlich in Händen halten.

Betroffen sind laut Rodriguez einige Android-Geräte, darunter das Oppo K13 und der Google Pixel 6. Das Samsung Galaxy S25 Ultra ist nach seinen Angaben von dem Problem nicht betroffen, was auf unterschiedliche Implementierungen des Sperrbildschirms oder der WhatsApp-Integration bei verschiedenen Herstellern hindeutet.

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Empfohlene Gegenmaßnahmen

Als kurzfristige Abhilfe rät Rodriguez Nutzerinnen und Nutzern, die Berechtigungen der WhatsApp-App auf dem jeweiligen Gerät einzuschränken oder alternativ den Kamerazugriff der App vollständig zu deaktivieren. Beide Maßnahmen sollen verhindern, dass die beschriebene Befehlskette über den Videoanruf-Effekt und die Meta-AI-Funktionen ausgelöst werden kann.

Eine offizielle Stellungnahme oder ein Patch von WhatsApp beziehungsweise Meta zu diesem konkreten Fehler liegt bislang nicht vor. Bis eine Korrektur bereitgestellt wird, bleibt die manuelle Einschränkung der App-Berechtigungen der praktikabelste Schutz für betroffene Nutzer.

Einordnung

Der Fund reiht sich in eine Reihe von Sicherheitsthemen rund um WhatsApp ein, die zuletzt öffentlich diskutiert wurden. Unabhängig von diesem Sperrbildschirm-Bug hatte WhatsApp Verbesserungen bei der Kontosicherheit angekündigt, etwa eine stärkere Zwei-Schritt-Verifizierung mit alphanumerischem Passwort und die Unterstützung mehrerer Passkeys pro Konto.

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Diese Maßnahmen zielen jedoch primär auf den Schutz vor Kontoübernahmen und Phishing ab und adressieren nicht die von Rodriguez beschriebene Schwachstelle, die einen direkten physischen Zugriff auf das Gerät erfordert.

Für Nutzer bedeutet der Fund vor allem, dass Geräte mit aktivierter Sperrbildschirm-Vorschau für Anrufe ein zusätzliches Risiko darstellen können, wenn das Smartphone unbeaufsichtigt in fremde Hände gerät. Wer sensible Fotos oder Dokumente auf dem Gerät speichert, sollte die von Rodriguez vorgeschlagenen Einschränkungen der App-Berechtigungen in Erwägung ziehen, bis Meta eine offizielle Lösung für die betroffenen Android-Modelle bereitstellt.

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