Studie mit 93 Frauen: Ausdauertraining stärkt die Exekutivfunktionen nach der Menopause
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 19:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Regelmäßiges Ausdauertraining kann die geistige Leistungsfähigkeit bei Frauen nach der Menopause gezielt unterstützen. Eine im Fachjournal Journal of Alzheimer's Disease veröffentlichte US-Studie zeigt, dass ein sechsmonatiges Aerobikprogramm insbesondere die Exekutivfunktionen des Gehirns fördert und damit langfristige Vorteile für die Gehirngesundheit bieten könnte. Dies ist von besonderer Relevanz, da sich Frauen nach den Wechseljahren statistisch gesehen am wenigsten bewegen, gleichzeitig aber das höchste Demenzrisiko tragen.
Gezielte Effekte auf das Gehirn nach der Menopause
An der Untersuchung nahmen 93 kognitiv gesunde Frauen im Alter von 20 bis 67 Jahren teil, von denen 43 Prozent postmenopausal waren. Alle Teilnehmerinnen waren vorab untrainiert und wiesen eine unterdurchschnittliche kardiovaskuläre Fitness auf.
Im Verlauf der sechsmonatigen Trainingsphase verbesserte das aerobe Training die Exekutivfunktionen bei postmenopausalen Frauen stärker als bei prämenopausalen Teilnehmerinnen. Zudem fielen die positiven Effekte größer aus als bei reinen Dehn- und Tonisierungsübungen.
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Zu den kognitiven Bereichen, bei denen Verbesserungen festgestellt wurden, gehören das Arbeitsgedächtnis, die kognitive Flexibilität, die Reaktionskontrolle sowie die Fähigkeiten zur Planung und Entscheidungsfindung. Auffällig war dabei, dass der Hormonspiegel von Estradiol keinen signifikanten Zusammenhang mit den kognitiven Verbesserungen zeigte. Auch das Alter der Teilnehmerinnen allein erklärte die beobachteten Ergebnisse nicht.
Optimaler Trainingsumfang und zeitlicher Verlauf
Die stärksten Effekte traten bei den Teilnehmerinnen auf, die etwa 45 Minuten moderater Aerobik viermal pro Woche absolvierten. Vor diesem Hintergrund empfehlen Forscherinnen drei bis vier Einheiten Ausdauertraining pro Woche.
Die kognitiven Fortschritte stellten sich dabei schrittweise ein. Erste Verbesserungen machten sich nach rund drei Monaten bemerkbar und nahmen über den Gesamtzeitraum von sechs Monaten hinweg kontinuierlich zu, sodass nach einem halben Jahr deutliche kognitive Zuwächse messbar waren.
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Wissenschaftliche Einordnung und offene Fragen
Trotz der klaren kognitiven Zuwächse weisen die Studienergebnisse methodische Grenzen auf. Die Untersuchung liefert keinen direkten Nachweis darüber, dass das Training Erkrankungen wie Alzheimer oder Demenz vorbeugt.
Da die Stichprobengröße klein war und der Menopausenstatus auf Selbstauskünften der Teilnehmerinnen beruhte, fordern Fachleute größere und längerfristig angelegte Studien, um die Mechanismen und die nachhaltige Schutzwirkung von aerobem Training weiter zu überprüfen.
