Microsoft-Dienste, Millionen

Microsoft-Dienste: 81 Millionen Hackerangriffe in zwei Wochen

Veröffentlicht am: 05.07.2026 um 15:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Cloud-Störungen bei Outlook und Teams sowie eine schwerwiegende Sicherheitslücke in Exchange Server belasten Microsoft aktuell massiv.

Microsoft kämpft mit Ausfällen und kritischer Exchange-Lücke
Nahaufnahme eines klassischen Computermonitors mit digitaler Fehlermeldung, symbolisiert technische Probleme und Altsysteme. Illustration mit AI erstellt.

Technische Pannen und Sicherheitslücken setzen Microsofts Dienste unter Druck. Gleichzeitig steigt die Bedrohung durch Hackerangriffe.

Am ersten Juli-Wochenende kam es zu erheblichen Problemen bei Microsofts Cloud-Diensten. Nutzer von Outlook und Teams konnten zeitweise nicht auf ihre Konten zugreifen. Mehr als 11.000 Anwender meldeten Schwierigkeiten. Die Ursache: Die nordamerikanische Infrastruktur verarbeitete den Netzwerkverkehr nicht wie erwartet. Microsoft gelang es, das Problem zu beheben.

Klassisches Outlook: Copilot-Buttons verschwunden

Parallel zur großen Störung trat ein spezifischer Fehler in der klassischen Windows-Version von Outlook auf. Nutzer mit Basic-Lizenzen berichteten, dass die Schaltflächen für Copilot Chat plötzlich verschwunden waren. Die gute Nachricht: Nutzer von macOS, Webbrowsern oder mobilen Geräten waren nicht betroffen. Auch Premium- und Enterprise-Kunden blieben verschont. Microsoft rollte automatisch einen Fix aus, der die fehlende Funktion wiederherstellte.

Rückblick: Großflächiger Ausfall im April

Die aktuellen Probleme reihen sich in eine Serie von Störungen ein. Bereits am 27. April 2026 hatte eine fehlkonfigurierte Rate-Limiting-Regel für Chaos gesorgt. Private Nutzer erhielten massenhaft HTTP-429-Fehler und konnten sich nicht bei Outlook anmelden. Ironischerweise funktionierten Drittanbieter-Apps wie Apple Mail auf iOS in vielen Fällen weiter. Microsoft brauchte vier Stunden, um die Konfiguration zurückzusetzen – und versprach eine Überprüfung der Verfahren.

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Sicherheitsupdate: Alte Protokolle blockiert

Seit August 2025 blockiert Microsoft 365 Apps Version 2508 standardmäßig das FrontPage RPC (FPRPC)-Protokoll. Der Schritt soll die Angriffsfläche verkleinern, führte aber zu Verbindungsproblemen für Nutzer von WebDAV und älteren SharePoint-Pfaden. Administratoren müssen nun auf vertrauenswürdige Speicherorte oder Gruppenrichtlinien ausweichen, um die Kompatibilität zu gewährleisten.

Kritische Sicherheitslücke: CVE-2026-45504

Sicherheitsforscher haben eine schwerwiegende Schwachstelle in Microsoft Exchange Server aufgedeckt. Die als CVE-2026-45504 geführte Lücke ermöglicht Server-Side Request Forgery (SSRF). Mit einem CVSS-Score von 8,8 können selbst niedrig privilegierte Nutzer lokale Dateien über Outlook Web Access (OWA) auslesen. Da öffentliche Proof-of-Concept-Codes kursieren, sollten Administratoren die verfügbaren Patches umgehend einspielen.

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Bedrohungslage: 81 Millionen Angriffsversuche in zwei Wochen

Die technischen Probleme fallen in eine Zeit massiv zunehmender Angriffe auf Microsoft-365-Konten. Allein in den letzten zwei Wochen verzeichneten Sicherheitsmonitore über 81 Millionen Password-Spraying-Versuche. Am 5. Juli 2026 wurde zudem eine neue Phishing-as-a-Service-Plattform namens ARToken identifiziert. Sie bietet abonnementbasierte Vorlagen für den Diebstahl von Zugangsdaten – gezielt gegen Microsoft-365-Konten. Die Entwicklung zeigt: Die Sicherheitsherausforderungen für die Plattform bleiben enorm.

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