Icotrokinra, EU-Kommission

Icotrokinra: EU-Kommission lässt erste orale Psoriasis-Therapie zu

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Icotyde ist für bestimmte Erwachsene und Jugendliche mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen; weitere Einsatzgebiete werden geprüft.

Johnson & Johnson erhält EU-Zulassung für orale Psoriasis-Tablette
Nahaufnahme von gesunder, glatter menschlicher Hautstruktur unter weichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Mit Icotrokinra steht erstmals ein oraler IL-23-Rezeptorantagonist zur Behandlung der mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis zur Verfügung. Die EU-Kommission hat den Wirkstoff, der unter dem Namen Icotyde 200 mg Filmtabletten von Johnson & Johnson vermarktet wird, zugelassen.

Grundlage war eine positive Empfehlung des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur. Damit erreicht ein Wirkprinzip, das bislang nur als Injektion verfügbar war, erstmals die Tablettenform.

Studienlage: Hohe Ansprechraten in Phase-III-Programm

Die Empfehlung des CHMP stützte sich auf vier Phase-III-Studien mit rund 2.500 Patientinnen und Patienten. In drei dieser Studien lag die PASI-90-Response nach 16 Wochen bei 50 bis 57 Prozent unter Icotrokinra, verglichen mit lediglich 1 bis 4 Prozent unter Placebo.

Auch der IGA-0/1-Wert, der eine erscheinungsfreie oder nahezu erscheinungsfreie Haut beschreibt, fiel deutlich aus: 65 bis 71 Prozent der behandelten Personen erreichten diesen Status, gegenüber 8 bis 11 Prozent in der Placebogruppe.

Eine vierte Studie widmete sich speziell schwer behandelbaren Lokalisationen wie Kopfhaut, Genitalbereich, Händen und Füßen – Areale, die in der klinischen Praxis häufig besonders therapieresistent sind und die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen können.

Sicherheitsprofil und Kontraindikationen

Als häufigste unerwünschte Wirkung traten Pilzinfektionen auf, von denen laut den Zulassungsdaten 1,1 Prozent der Behandelten betroffen waren. Aktive Infektionen, darunter aktive Tuberkulose, gelten als Kontraindikation. Zudem wird von der Verabreichung von Lebendimpfstoffen während der Behandlung sowie innerhalb von drei Tagen nach Absetzen abgeraten. Schwangere sollen Icotrokinra nicht einnehmen.

Anwendungsgebiet und Dosierung

Die Zulassung umfasst Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 40 Kilogramm, die an mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis leiden und für eine systemische Therapie infrage kommen.

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Für viele Betroffene war die regelmäßige Injektion die größte Hürde in der Langzeittherapie. Mit der EU-Zulassung des ersten oralen IL-23-Rezeptorantagonisten rückt eine Tablette einmal täglich in greifbare Nähe — was das für Ihre Behandlung bedeutet, ordnet dieser kostenlose Ratgeber ein. Kostenlosen Psoriasis-Ratgeber anfordern

Die empfohlene Dosierung beträgt 200 Milligramm einmal täglich, peroral auf nüchternen Magen einzunehmen. Zeigt sich nach 24 Wochen kein therapeutischer Nutzen, soll laut Fachinformation ein Abbruch der Behandlung erwogen werden.

Relevanz für Betroffene

Plaque-Psoriasis zählt zu den häufigsten chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen: Die weltweite Prävalenz bei Erwachsenen liegt Schätzungen zufolge bei etwa 1 bis 4 Prozent. Bisherige Therapien gegen den IL-23-Signalweg erforderten regelmäßige Injektionen, was für viele Patientinnen und Patienten eine Hürde in der Langzeitanwendung darstellte.

Eine orale Alternative könnte die Therapietreue erleichtern und den Zugang zu einer gezielten Behandlung verbreitern, ohne dass auf die Injektionsroute zurückgegriffen werden muss.

Weitere Indikationen in Prüfung

Johnson & Johnson prüft nach Unternehmensangaben bereits weitere mögliche Anwendungsgebiete für Icotrokinra, darunter Psoriasis-Arthritis, Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.

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Sollten sich diese Indikationen in künftigen Studien bestätigen, könnte der orale IL-23-Rezeptorantagonist perspektivisch auch für andere chronisch-entzündliche Erkrankungen relevant werden, bei denen der IL-23-Signalweg eine Rolle spielt. Bis dahin bleibt die aktuelle Zulassung auf die Plaque-Psoriasis bei Erwachsenen und Jugendlichen beschränkt.

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