Gürtelrose-Impfung: Wales-Daten zeigen 20 Prozent weniger Demenzdiagnosen
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 14:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deWissenschaftliche Untersuchungen liefern Hinweise darauf, dass eine Impfung gegen Gürtelrose bei älteren Menschen möglicherweise mit einem verringerten Demenzrisiko einhergehen könnte. Entsprechende Beobachtungen aus verschiedenen Forschungsarbeiten stoßen auf wachsendes Interesse in der Medizin und der Öffentlichkeit, auch wenn ein kausaler Schutz bisher nicht nachgewiesen ist.
Beobachtungsdaten aus Oxford und Wales
Einen wichtigen Beitrag zur Datenlage liefert eine Untersuchung der Universität Oxford. Die Forscher verglichen in den USA jeweils 36.000 Personen, die vor beziehungsweise nach der Umstellung auf einen neueren Impfstoff im Jahr 2017 immunisiert wurden. Der Nachbeobachtungszeitraum umfasste dabei sieben Jahre.
Für das Vakzin Shingrix zeigte sich in den Daten zudem eine Verbindung mit einem um 9 % geringeren Risiko für das Auftreten von Herzinfarkten oder Hirnschlägen. Auch dieser Effekt gilt bislang als nicht bewiesen; zur endgültigen Klärung sind prospektive Studien erforderlich.
Ergänzende Ergebnisse stammen aus einer Studie in Wales, die den älteren Lebendimpfstoff untersuchte. Dort wiesen geimpfte Personen in den folgenden sieben Jahren ein um rund 20 % geringeres Risiko für eine Demenzdiagnose auf.
Wissenschaftler betonen jedoch, dass auch diese statistische Korrelation keineswegs eine Demenzprävention beweist. Um verlässlichere Erkenntnisse über potenzielle ursächliche Schutzwirkungen zu gewinnen, soll eine randomisierte Demenzstudie in Finnland insgesamt 35.000 Personen rekrutieren.
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Wachsende Nachfrage in Praxen
Die Berichterstattung über mögliche Zusatzeffekte geht mancherorts mit einer deutlich gestiegenen Nachfrage einher. Der schwedische Impfdienstleister VaccinDirekt verzeichnete bei den Gürtelrose-Impfungen einen Zuwachs von 148 % gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 2025. Diese Zunahme erstreckt sich über alle Altersgruppen von 50 bis 99 Jahren.
Im Detail meldete das Unternehmen folgende Anstiege nach Altersgruppen:
- 50 bis 59 Jahre: plus 180 %
- 60 bis 69 Jahre: plus 154 %
- 70 bis 79 Jahre: plus 120 %
- 80 bis 89 Jahre: plus 123 %
- 90 bis 99 Jahre: plus 189 %
VaccinDirekt stellte klar, dass sich diese Zahlen ausschließlich auf die eigenen Praxen beziehen und keine landesweite Statistik für Schweden darstellen. Das Unternehmen empfiehlt die Impfung regulär ab einem Alter von 50 Jahren sowie für bestimmte Risikogruppen ab 18 Jahren. Gleichzeitig wird unterstrichen, dass ein möglicher Zusammenhang mit einem geringeren Demenzrisiko weiterhin unbewiesen bleibt.
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Einordnung durch Gesundheitsbehörden
Auch in Deutschland bleibt die Schutzimpfung gegen Herpes zoster Teil der allgemeinen Vorsorgeempfehlungen für ältere Bevölkerungsgruppen. So informierte der Kreis Kleve über die Vorgaben der Ständigen Impfkommission (STIKO), die die Gürtelrose-Impfung als weitere wichtige Maßnahme für Ältere einstuft.
Ob und wann die Immunisierung im Einzelfall ratsam ist, hängt nach offiziellen Richtlinien stets von individuellen Faktoren ab. Dazu zählen neben dem Alter vor allem Vorerkrankungen, das Vorliegen einer Immunsuppression sowie der bisherige Impfstatus der betroffenen Personen.
