Immobilien, Mehrheit

Mehrheit der Unternehmen hält an Büroflächen fest

04.10.2023 - 07:46:47

Die meisten Unternehmen in Deutschland wollen ihre Büros trotz Homeoffice nicht verkleinern.

Das geht aus einer Umfrage des Ifo-Instituts hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. "Die überwältigende Mehrheit der Unternehmen lässt ihre Büroflächen unverändert", sagte Ifo-Experte Simon Krause.

"Nur 9,1 Prozent aller Firmen planen, ihre Büros wegen Homeoffice zu verkleinern. In einzelnen Branchen sind es jedoch deutlich mehr, mit bis zu 40 Prozent." Homeoffice führe also zu einem leichten Rückgang der Nachfrage nach Büroflächen und setze damit den Immobilienmarkt unter Druck. Hinter den Durchschnittszahlen verbergen sich große Unterschiede: Im Dienstleistungssektor liegt der Anteil bei 11,9 Prozent, in der Industrie bei 8,1 Prozent. Besonders viele Unternehmen planen ihre Büros wegen Homeoffice zu verkleinern in der Automobilbranche (37,5 Prozent), bei der Bekleidungsherstellung (18,6 Prozent), in der Rundfunkbranche (40,3 Prozent), in der IT-Branche (21,0 Prozent), bei den Informationsdienstleistern (28,4 Prozent) sowie in der Werbung und der Marktforschung (34,8 Prozent). Im Handel (3,7 Prozent) und im Bauhauptgewerbe (1,9 Prozent) beabsichtigen nur wenige Unternehmen eine Verringerung ihrer Büroflächen. Verkleinerungen werden insbesondere in Branchen geplant, in denen Homeoffice intensiv genutzt wird. Dagegen plant nur ein Prozent aller Firmen, wegen der neuen Arbeitsweise ihre Büroflächen zu vergrößern. Das Ifo-Institut erfasst seit mehr als einem Jahr eine konstante Homeoffice-Quote von einem Viertel der Beschäftigten: "Nach der Pandemie ist klar: Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben", sagte Krause. "Wenn die Beschäftigten teilweise vor Ort und teilweise zu Hause arbeiten, dann verändern sich die Anforderungen an die Büros." Viele Unternehmen hätten bereits reagiert und ihre Büros an die neuen Arbeitsmodelle adaptiert, etwa durch die Einführung von geteilten Schreibtischen und die Schaffung von mehr Räumen für persönlichen Austausch an den Präsenztagen. Diese schon erfolgten Veränderungen seien nicht abgefragt worden, weshalb der tatsächliche Effekt vermutlich noch größer sei. "Andere Firmen planen die Anpassung in den kommenden Jahren, wenn die meist langfristig abgeschlossenen Büro-Mietverträge auslaufen. Diese Entwicklung wird die Krise am Immobilienmarkt verschärfen, der wegen gestiegener Zinsen und Baukosten ohnehin unter Druck steht."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. / Zölle für 91 ... Zölle für 91 Prozent aller Waren fallen weg - Einsparungen für Unternehmen von 4 Mrd. (Boerse, 09.01.2026 - 14:55) weiterlesen...

Merz lobt Mercosur-Einigung als Meilenstein Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Einigung zum EU-Mercosur-Abkommen als "Meilenstein in der europäischen Handelspolitik" bezeichnet.Das Abkommen sei ein "wichtiges Signal" für die "strategische Souveränität und Handlungsfähigkeit" der EU, sagte Merz am Freitag. (Politik, 09.01.2026 - 13:06) weiterlesen...

Ramelow wirft Zalando Raubtier-Kapitalismus vor Nach der angekündigten Schließung des Zalando-Standorts Erfurt wirft der frühere Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) dem Konzern "Raubtier-Kapitalismus" vor."2.700 Arbeitsplätze werden zerstört", sagte er am Donnerstag. (Politik, 08.01.2026 - 12:58) weiterlesen...

SPD lehnt Unionsforderung nach schnelleren Steuersenkungen ab Die SPD lehnt die Unionsforderung nach schnelleren Steuersenkungen für Unternehmen ab. (Politik, 08.01.2026 - 07:30) weiterlesen...

Auch CDU will frühere Steuersenkung für Unternehmen Mit Steuersenkungen für Bürger und Unternehmen, weiterem Bürokratieabbau und flexibleren Arbeitszeiten will die CDU der deutschen Wirtschaft im neuen Jahr aus der Krise helfen. (Boerse, 07.01.2026 - 11:41) weiterlesen...

Wirtschaftsministerium plant Steuerentlastungen für Unternehmen Im Bundeswirtschaftsministerium von Katherina Reiche (CDU) gibt es Überlegungen zu weiteren steuerlichen Entlastungen für Unternehmen.2026 werde es ein Gesetz für "weitere Maßnahmen zur strukturellen Verbesserung der Unternehmensbesteuerung" geben, heißt es im Entwurf für den Jahreswirtschaftsbericht, über den das "Handelsblatt" berichtet. (Politik, 05.01.2026 - 06:46) weiterlesen...