Graeme Dott, Sexueller Missbrauch

Graeme Dott: Früherer Snooker-Weltmeister zu sieben Jahren Haft verurteilt

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 12:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der frühere Snooker-Weltmeister Graeme Dott ist in Schottland wegen des sexuellen Missbrauchs zweier Minderjähriger zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Die Taten sollen sich über fast zwei Jahrzehnte erstreckt haben.

  • Grame Dott wurde wegen Kindesmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt. (Archivbild) - Bild: Jane Barlow/PA Wire/dpa
    Grame Dott wurde wegen Kindesmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt. (Archivbild) - Bild: Jane Barlow/PA Wire/dpa
  • Dott hatte die Vorwürfe abgestritten, wurde aber in einem Geschworenenprozess verurteilt. (Archivbild) - Bild: Jonathan Brady/PA/AP/dpa
    Dott hatte die Vorwürfe abgestritten, wurde aber in einem Geschworenenprozess verurteilt. (Archivbild) - Bild: Jonathan Brady/PA/AP/dpa
Grame Dott wurde wegen Kindesmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt. (Archivbild) - Bild: Jane Barlow/PA Wire/dpa Dott hatte die Vorwürfe abgestritten, wurde aber in einem Geschworenenprozess verurteilt. (Archivbild) - Bild: Jonathan Brady/PA/AP/dpa

Der frühere Snooker-Weltmeister Graeme Dott ist wegen sexuellen Missbrauchs zweier Minderjähriger zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.

Taten über fast zwei Jahrzehnte

Die Vorfälle ereigneten sich nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA in den Jahren 1993 bis 2010. Beide Opfer sollen zu diesem Zeitpunkt noch im Grundschulalter gewesen sein.

Dott war vor knapp einem Monat in einem Geschworenenprozess in Schottland schuldig gesprochen worden. Der Schotte hatte die Vorwürfe bestritten.

Eine Anzeige bereits im Jahr 2001

Eines der Opfer, eine inzwischen über 40 Jahre alte Frau, soll sich bereits 2001 an die Polizei gewandt haben. Warum es so lange bis zu einer Verurteilung dauerte, war zunächst nicht klar.

Ein zweites, männliches Opfer soll erst später Anzeige erstattet haben. Dott ist inzwischen 49 Jahre alt und wurde 2006 Snooker-Weltmeister.

Richter spricht von verlorener Kindheit

Bei der Verkündung des Strafmaßes sagte der Vorsitzende Richter nach Angaben von PA, Dott habe beide Opfer „um einen erheblichen Teil ihrer Kindheit gebracht“.

Späte Verfahren bei historischem Missbrauch

Der Fall betrifft Vorwürfe, die sich über einen Zeitraum von 1993 bis 2010 erstrecken. Eine der betroffenen Frauen soll sich bereits 2001 an die Polizei gewandt haben; die Verurteilung erfolgte jedoch erst Jahrzehnte später. Solche langen Zeitabstände können Verfahren besonders aufwendig machen, weil Erinnerungen, frühere Aussagen und vorhandene Beweismittel über viele Jahre hinweg geprüft werden müssen.

Für die Betroffenen bedeutet ein später Prozess nicht, dass die Folgen der Taten zeitlich begrenzt wären. Der vom Gericht hervorgehobene Verlust eines erheblichen Teils der Kindheit verweist auf die langfristige Dimension sexuellen Missbrauchs. Dass beide Betroffenen nach Angaben aus dem Verfahren bereits im Grundschulalter gewesen sein sollen, macht zudem das besondere Schutzbedürfnis von Kindern deutlich.

Bedeutung über den Einzelfall hinaus

Der Schuldspruch zeigt zugleich, dass auch lange zurückliegende Vorwürfe noch Gegenstand eines Strafverfahrens werden können. Maßgeblich bleiben dabei die im jeweiligen Verfahren erhobenen Beweise und die Entscheidung der Geschworenen und des Gerichts. Die siebenjährige Haftstrafe markiert die strafrechtliche Konsequenz im konkreten Fall, erlaubt aber keine pauschalen Rückschlüsse auf andere Verfahren.

Für den Snookersport steht neben der Person des früheren Weltmeisters die Frage im Raum, wie Verbände und Veranstalter mit schweren Straftaten ehemaliger Spitzensportler umgehen. Für Leser in Deutschland ist der Fall vor allem ein Beispiel dafür, dass öffentliche Bekanntheit und sportlicher Erfolg keinen rechtlichen Sonderstatus begründen.

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