Alexander Zverev, Tennis-Kalender

Tennis-Kalender: Zverev legt 68.000 Kilometer zurück

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 08:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Alexander Zverev und andere Topspieler kritisieren die Belastung durch Reisen, Zeitzonen und einen immer längeren Kalender. Zugleich locken Showturniere mit Millionenprämien – ein Spannungsfeld, das die Reformdebatte im Tennis verschärft.

Reisen und Preisgeld prägen die Saison

  • Alexander Zverev legte zwischen 21 Spielorten rund 68.000 Kilometer zurück.
  • Sieben der neun Masters-Turniere dauern inzwischen knapp zwei Wochen.
  • Jannik Sinner erhielt 2025 beim Six Kings Slam sechs Millionen Dollar für drei Matches.
  • Alexander Zverev ist ein großer Kritiker des dichten Turnierkalenders. - Bild: Max Slovencik/APA/dpa
  • Carlos Alcaraz will sich künftig mehr Pausen nehmen. - Bild: Heinz-Peter Bader/AP/dpa
  • Für Laura Siegemund gehört die Reiserei zu den größten Belastungen ihres Sports. (Archivbild) - Bild: Marijan Murat/dpa
  • Der Italiener Jannik Sinner kassierte beim Six Kings Slam 2025 ordentlich ab. (Archivbild) - Bild: Felice Calabro/IPA via ZUMA Press/dpa
Alexander Zverev ist ein großer Kritiker des dichten Turnierkalenders.  - Bild: Max Slovencik/APA/dpa Carlos Alcaraz will sich künftig mehr Pausen nehmen.  - Bild: Heinz-Peter Bader/AP/dpa Für Laura Siegemund gehört die Reiserei zu den größten Belastungen ihres Sports. (Archivbild) - Bild: Marijan Murat/dpa Der Italiener Jannik Sinner kassierte beim Six Kings Slam 2025 ordentlich ab. (Archivbild) - Bild: Felice Calabro/IPA via ZUMA Press/dpa

Topspieler kritisieren Belastung durch Tennis-Kalender

Alexander Zverev hat in diesem Jahr zwischen 21 Spielorten rund 68.000 Kilometer zurückgelegt und klagt wie viele Profis über die Reisestrapazen. Trotz der Kritik treten Topspieler bei lukrativen Showturnieren wie dem Six Kings Slam in Saudi-Arabien an.

Viele Kontinente und kaum Erholung

Zverev forderte zuletzt, zwei oder drei Wochen weniger zu spielen, damit sich die Körper der Profis erholen könnten. Laura Siegemund bezeichnete im ZDF-„Sportstudio“ insbesondere die Reisen, Zeitzonenwechsel und Klimasprünge als große Belastung.

Der Kalender nimmt mehr Zeit in Anspruch, weil die großen Masters-Turniere verlängert wurden. 2022 dauerten zwei der neun Veranstaltungen knapp zwei Wochen, inzwischen sind es sieben.

Ranglistenpunkte erhöhen den Druck

Die Spieler müssen nicht nur um Preisgeld kämpfen. Ranglistenpunkte fallen nach 52 Wochen aus der Wertung, und längere Pausen können deshalb die Position im Ranking und den direkten Zugang zu großen Turnieren gefährden.

ATP-Präsident Andrea Gaudenzi verwies auf die grundsätzlich freie Turnierplanung der Profis, räumte aber die hohe Belastung ein und stellte eine längere Winterpause in Aussicht. Die Ausweitung der Masters-Turniere begründete er mit steigenden Einnahmen, von denen auch die Spieler profitieren sollen.

Alcaraz und Zverev planen Auszeiten

Carlos Alcaraz kritisierte, dass die Freude am Spielen unter einer langen Saison leiden könne. Er wolle den Tennissport zwischendurch vermissen, während Zverev zum Jahreswechsel auf den United Cup in Australien verzichtet.

Auch Verletzungspausen prägen die Saison. Jannik Sinner hat wegen Knieproblemen seit Wimbledon kein Match bestritten, Alcaraz musste mehrere Monate pausieren, und Jack Draper will seine Turnierplanung nach langwierigen Verletzungsproblemen vorsichtiger gestalten.

Millionen locken trotz der Kritik

Beim Six Kings Slam 2025 erhielt Sinner für drei Matches sechs Millionen Dollar. Das Turnier wurde für dieses Jahr auf Ende Dezember verschoben und fällt damit in die ohnehin kurze Winterpause.

Sinner kündigte trotz seiner verletzungsbedingten Auszeit sein Comeback für das Showturnier in Riad an. Auch Zverev und Alcaraz gehören zum angekündigten Teilnehmerfeld.

Der Konflikt zwischen sportlicher Belastung und wirtschaftlichen Interessen prägt den Profisport seit Jahren. Im Tennis verschärft sich das Problem, weil die Saison aus Pflichtveranstaltungen, punkteträchtigen Turnieren und lukrativen Zusatzangeboten besteht. Für die Spieler geht es nicht nur um Preisgeld, sondern auch um Ranglistenpunkte, Startplätze und langfristige Werbeverträge.

Die Rangliste macht längere Pausen besonders kostspielig. Punkte verfallen nach 52 Wochen; wer aussetzt, kann Plätze verlieren und bei wichtigen Wettbewerben schlechtere Zugangschancen haben. Gleichzeitig verlängern größere Masters-Turniere die Aufenthaltsdauer, während Reisen zwischen Kontinenten und Klimazonen die Erholungsphasen verkürzen.

Wirtschaftlicher Druck und körperliche Grenzen

Die Debatte erhält zusätzliche Schärfe, wenn Spieler öffentliche Kritik an der Saison äußern, für hoch dotierte Showveranstaltungen aber dennoch antreten. Das ist kein einfacher Widerspruch: Solche Wettbewerbe können finanziell außergewöhnlich attraktiv sein, gehören jedoch nicht in gleicher Weise zum klassischen Pflichtkalender. Für Athleten und Veranstalter entsteht dadurch ein Anreiz, Belastung individuell gegen Einnahmen und Sichtbarkeit abzuwägen.

Alexander Zverevs Aufstieg zur Nummer eins zeigt zugleich, welchen Wert Konstanz und körperliche Verfügbarkeit im aktuellen System haben. Die jüngsten Verletzungspausen mehrerer Topspieler machen sichtbar, dass die Folgen nicht nur kurzfristige Müdigkeit betreffen. Für Zuschauer kann die Debatte künftig bedeuten, dass Spitzenathleten häufiger fehlen, kurzfristig absagen oder ihre Saisonplanung stärker auf wenige Höhepunkte konzentrieren.

Entscheidung über den Kalender

Eine nachhaltige Lösung müsste deshalb mehrere Interessen verbinden: verlässliche Erholungszeiten, weniger Überschneidungen, faire Ranglistenregeln und eine wirtschaftlich tragfähige Verteilung der Einnahmen. Solange Punkte, Pflichtstarts und hohe Prämien gleichzeitig wirken, bleibt der Anreiz bestehen, nahezu jede verfügbare Spielwoche zu nutzen.

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