LĂ€nder, Druck

LĂ€nder machen Druck bei Digitalpakt 2.0 fĂŒr Schulen

16.04.2024 - 18:24:57

Wie geht es mit der Schuldigitalisierung weiter? Bund und LĂ€nder tun sich bei ihren Verhandlungen ĂŒber die Kosten schwer. Das Bundesbildungsministerium wird nun gedrĂ€ngt, ein Konzept vorzulegen.

In den Bund-LĂ€nder-Verhandlungen ĂŒber eine Fortsetzung des Förderprogramms «Digitalpakt Schule» machen die LĂ€nder weiter Druck. Die derzeitige PrĂ€sidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Saarlands Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD), forderte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) in einem Brief dazu auf, noch in dieser Woche einen Entwurf fĂŒr einen sogenannten Digitalpakt 2.0 vorzulegen. Das Medienunternehmen Table.Briefings berichtete zuerst darĂŒber.

In dem Schreiben, das auch dpa vorliegt, wird die «klare Erwartungshaltung» formuliert, dass das Bundesbildungsministerium einen «zugesagten Rahmentext bis spĂ€testens 19. April 2024 ĂŒbersendet». Dem Brief zufolge hatte das Ministerium die Übermittlung eines solchen Textes fĂŒr den 26. April zugesagt, also eine Woche spĂ€ter und kurz vor einer weiteren Bund-LĂ€nder-Verhandlungsrunde am 30. April. Die KMK dringt nun auf eine frĂŒhere Übersendung, «damit dieses GesprĂ€ch möglichst konstruktiv und konkret vorbereitet werden und zu Ergebnissen fĂŒhren kann», wie es in dem Schreiben heißt.

Dem Bund wird darin erneut vorgeworfen, die Verhandlungen ĂŒber eine fĂŒr einen Digitalpakt 2.0 notwendige Bund-LĂ€nder-Vereinbarung zu verschleppen. Der vereinbarte Zeitplan fĂŒr die Verhandlungen sei «bundesseitig nicht eingehalten» worden. «In den weiteren Verhandlungen wird, auch angesichts des engen Zeitrahmens, die Verbindlichkeit von Absprachen als fundamental erachtet», heißt es weiter.

Die LÀnder drÀngen auf ein klares Bekenntnis der Bundesregierung zu einem Förderprogramm im Volumen des nun bald auslaufenden ersten Digitalpakts Schule und wollen eine Bund-LÀnder-Vereinbarung möglichst bei der nÀchsten Kultusministerkonferenz im Juni unter Dach und Fach bringen.

Was ist der Digitalpakt?

Der Digitalpakt zum technischen Ausbau der Schulen war 2019 fĂŒr fĂŒnf Jahre aufgelegt worden mit zunĂ€chst fĂŒnf Milliarden Euro vom Bund etwa fĂŒr den Aufbau von schuleigenem WLAN oder fĂŒr die Anschaffung von interaktiven Tafeln (Smartboards). Im Zuge von Corona wurde das Programm weiter auf 6,5 Milliarden aufgestockt, um Tablets, Laptops und Administratoren zu finanzieren.

In ihrem Koalitionsvertrag hatte die Ampel angekĂŒndigt, mit den LĂ€ndern ein Anschlussprogramm, einen «Digitalpakt 2.0», mit einer Laufzeit bis 2030 auf den Weg zu bringen. DarĂŒber wird nun seit langem hart verhandelt - seit klar ist, wie knapp bei Kasse der Bund inzwischen ist, umso hĂ€rter. GrundsĂ€tzlich sind Schulen LĂ€ndersache und nicht Sache des Bundes.

@ dpa.de