Asyl, Integration

Im Ringen um eine parteiübergreifende Kooperation bei der Lösung des Migrationsproblems fordert die SPD-Vorsitzende Saskia Esken CDU-Chef Friedrich Merz zu einer konstruktiven Mitarbeit auf.

15.10.2023 - 17:04:17

SPD warnt Merz vor Ressentiments gegenüber Migranten

"Friedrich Merz kann als Oppositionsführer im Bund und als Parteivorsitzender einiger Landeschefs, Bürgermeister und Landräte viel dazu beitragen, dass jetzt wirklich alle dabei mitwirken, die Maßnahmen, die EU, Bund und Länder vereinbart haben, zügig umgesetzt werden", sagte sie dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe). Zum Teil kritisch sieht Esken die von der Union in einem Positionspapier aufgestellten Forderungen zur Begrenzung illegaler Migration: "Vorschläge wie stationäre Grenzkontrollen zu unseren Nachbarländern sind nicht nur untauglich, sondern obendrein wirtschaftsfeindlich", sagte sie.

Zugleich warnte Esken Merz vor Ressentiments gegenüber Migranten: "Mit der Bedienung migrationsfeindlicher Parolen wie zuletzt bei den Zahnarztterminen stärkt Merz nicht etwa die CDU, sondern nur den rechten Rand", sagte sie. "Der Vorsitzende einer demokratischen Volkspartei sollte keine Ressentiments schüren, sondern dazu beitragen, dass unsere Gesellschaft auch beim Thema Migration beieinanderbleibt." Druck in der Migrationsdebatte macht auch die FDP: Der Parlamentarische Geschäftsführer der Liberalen, Stephan Thomae, sagte dem "Handelsblatt", dass es ein "Weiter so" nicht geben könne. "Die Zeit für Debatten, die sich immer wieder im Kreis drehen, ist vorbei." Die FDP will mehr Staaten als sogenannte sichere Herkunftsländer erklären, um Abschiebungen zu erleichtern. "Auch der Maghreb darf kein Tabu mehr sein", sagte Thomae. Dazu zählen unter anderem Marokko, Tunesien und Algerien. Der FDP-Politiker stellte auch die staatliche Förderung der Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer infrage. "Der Bund sollte die private Seenotrettung im Mittelmeer nicht mehr finanziell unterstützen", sagte er.

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

Baden-Württemberg fordert Frankreich zur Aufnahme von Ukrainern auf Die baden-württembergische Justiz- und Migrationsministerin Marion Gentges (CDU) bemängelt eine unfaire Verteilung von Flüchtlingen aus der Ukraine in Europa. (Politik, 08.01.2026 - 14:12) weiterlesen...

Linke und Grüne fordern sofortigen Abschiebestopp in den Iran Angesichts der anhaltenden Proteste im Iran gegen das Regime fordern Linke und Grüne weitergehende Maßnahmen der Bundesregierung."Diese Proteste von unten schwächen die Macht des Regimes weiter und können dazu führen, dass sich für die unterdrückten Menschen endlich etwas ändert", sagte die Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner dem Tagesspiegel.Es brauche jetzt "gezielte Sanktionen gegen Verantwortliche in Regierung, Geheimdiensten und Militär", sagte die Linken-Politikerin und ergänzte: "Vor allem aber muss es einen bundesweiten Abschiebestopp geben, damit niemand an das Folterregime im Iran ausgeliefert wird." Der Iran sei kein sicheres Land für Frauen, queere Menschen und Oppositionelle. (Politik, 06.01.2026 - 05:00) weiterlesen...

Ökonomen warnen vor CSU-Plänen für Abschiebeoffensive Führende Ökonomen warnen vor den wirtschaftlichen Folgen der von der CSU im Bundestag geforderten Verschärfung der Migrationspolitik. (Wirtschaft, 06.01.2026 - 04:00) weiterlesen...

Syrien-Flüchtlinge: SPD gegen pauschale Aufforderung zur Rückkehr SPD-Fraktionsvize Sonja Eichwede lehnt eine pauschale Aufforderung an syrische Flüchtlinge in Deutschland zur Rückkehr in ihre Heimat ab. (Politik, 02.01.2026 - 14:45) weiterlesen...

Kritik aus der CDU an Migrationsforderungen der CSU Aus der CDU gibt es Kritik an den Beschlüssen, die die CSU-Bundestagsabgeordneten auf ihrer traditionellen Winterklausur im Kloster Seeon zur Migrationspolitik fassen wollen. (Politik, 02.01.2026 - 14:00) weiterlesen...