BSW, Sahra Wagenknecht

BSW heißt ab Oktober Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 15:28 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Das Bündnis Sahra Wagenknecht heißt ab dem 1. Oktober offiziell Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft. Das Kürzel BSW bleibt bestehen – der Name der Gründerin verschwindet aus der offiziellen Parteibezeichnung.

BSW soll künftig nicht mehr für Bündnis Sahra Wagenknecht stehen. - Bild: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
BSW soll künftig nicht mehr für Bündnis Sahra Wagenknecht stehen. - Bild: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Das BSW tritt ab dem 1. Oktober unter dem Namen Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft auf und verzichtet damit offiziell auf den Namen seiner Gründerin Sahra Wagenknecht.

Beschluss bereits im Dezember gefasst

Den Wechsel hatte die Partei bereits im Dezember 2025 beschlossen. Die Anwendung des neuen Namens wurde jedoch wegen der Werbewirkung in den Landtagswahlkämpfen verschoben.

Das Kürzel BSW bleibt erhalten. Die Partei erklärte dazu sinngemäß, der Wechsel erinnere an den früheren Werbespruch „Raider heißt jetzt Twix. Sonst ändert sich nix.“

Ruhnert: Name war nur für Übergangszeit gedacht

Generalsekretär Oliver Ruhnert sagte, von Anfang an sei vorgesehen gewesen, den Namen der Parteigründerin nur vorübergehend zu verwenden. Man habe ihre Bekanntheit genutzt, um das politische Profil der neuen Partei sichtbar zu machen.

Inzwischen habe sich die Abkürzung BSW etabliert, erklärte Ruhnert. Für den neuen Namen habe es nach Parteiangaben mehrere hundert Vorschläge gegeben.

Partei 2024 gegründet

Ein Parteitag entschied sich schließlich für die neue Langfassung des Kürzels. Wagenknecht hatte die Partei im Jahr 2024 gegründet.

Namenswechsel in einer angespannten Phase

Der neue Langname soll das BSW stärker über politische Inhalte als über die Gründerin definieren. Das ist besonders relevant, weil die Partei nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit fünf Abgeordneten eine wichtige Rolle bei der Regierungsbildung spielt.

Im neuen Landtag stehen sich AfD und die übrigen großen Fraktionen rechnerisch mit jeweils 39 Sitzen gegenüber. Das BSW kann deshalb bei Mehrheitsfragen entscheidend sein. Zugleich lehnt die Bundespartei eine Koalition mit der AfD ab, während sie Gespräche über einzelne Vorhaben und andere Mehrheitsmodelle nicht ausschließt.

Mehr Sichtbarkeit, aber auch Abgrenzungsdruck

Die Umbenennung könnte der Partei ermöglichen, ihr Profil dauerhaft von der persönlichen Popularität Sahra Wagenknechts zu lösen. Ob die Abkürzung BSW allein ausreichend bekannt und politisch eindeutig verankert ist, wird sich vor allem in künftigen Wahlkämpfen zeigen.

Für Bürgerinnen und Bürger ändert sich zunächst vor allem die Bezeichnung auf Wahlzetteln, in Parlamenten und in der politischen Berichterstattung. Inhaltlich bleibt die Partei unter dem etablierten Kürzel organisiert; ihre politische Wirkung hängt weiterhin davon ab, wie sie mit konkurrierenden Lagern und möglichen wechselnden Mehrheiten umgeht.

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