Mayr-Melnhof, Aktie

Mayr-Melnhof Aktie: Sparplan auf 330 Millionen bis 2027

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 14:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mayr-Melnhof meldet operative Belastungen, erhöht sein Sparziel auf über 330 Millionen Euro und plant den Zukauf eines Recyclingkartonwerks.

Mayr-Melnhof kehrt in den ATX zurück und erweitert Vorstand
Moderne industrielle Produktionsanlage für Verpackungsmaterialien in einer professionellen, atmosphärischen Aufnahme. Illustration mit AI erstellt.

Mayr-Melnhof steht kurz vor einem wichtigen Schritt am Heimatmarkt: Am 21. September kehrt der Verpackungs- und Kartonhersteller nach einjähriger Pause in den österreichischen Leitindex ATX zurück, wie die Wiener Börse bekanntgab. Auf dem Handelsparkett hielt sich die Euphorie zuletzt in Grenzen. Am heutigen Handelstag gab die Aktie um 3,6 Prozent auf 72,10 Euro nach.

Belastungen im zweiten Halbjahr

Hintergrund der Zurückhaltung sind die anhaltenden Herausforderungen im operativen Geschäft. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 1.849,3 Millionen Euro (exklusive TANN), was einem Rückgang von 4,7 Prozent entspricht. Das bereinigte EBITDA belief sich auf 200,2 Millionen Euro.

Für das zweite Halbjahr stellte die Unternehmensleitung ein weiterhin schwieriges Marktumfeld in Aussicht. Vor allem planmäßige Wartungsstillstände belasten das Betriebsergebnis im dritten Quartal mit voraussichtlich rund 35 Millionen Euro.

Sparprogramm und Werkübernahme

Gegen den Gegenwind setzt der Konzern auf sein internes Effizienzprogramm „Fit for Future“. Mayr-Melnhof hob das Ziel für den kumulierten Ergebnisbeitrag bis 2027 gegenüber dem Basisjahr 2024 auf über 330 Millionen Euro an – zuvor waren mehr als 250 Millionen Euro avisiert worden. Allein für das laufende zweite Halbjahr werden daraus Ergebnisbeiträge von über 100 Millionen Euro erwartet.

Parallel zu den Sparanstrengungen baut das Unternehmen seine Kapazitäten aus. Die Division MM Board & Paper unterzeichnete im August eine Vereinbarung zur Übernahme des Geschäftsbetriebs des deutschen Recyclingkartonwerks R.D.M. Arnsberg.

Die Produktionsstätte in Arnsberg verfügt über eine Jahreskapazität von rund 230.000 Tonnen Recyclingkarton. Der Abschluss des Zukaufs im Wege eines Asset Deals steht unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung und ist für das vierte Quartal 2026 geplant.

Vorstand neu aufgestellt

Auch personell stellte sich der Konzern breiter auf. Zum 1. September erweiterte der Aufsichtsrat das Vorstandsgremium um zwei Posten auf nun fünf Personen.

Neben Vorstandschef Peter Oswald, Finanzvorstand Franz Hiesinger und Roman Billiani (Food & Premium Packaging) zogen Andreas Koppitz für die Division Pharma & Healthcare Packaging sowie Alexander Loimayr für den Bereich Board & Paper neu in den Vorstand ein. Das Führungsteam soll die Integration der Zukäufe und die Effizienzprogramme in den einzelnen Sparten steuern.

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