Hoffnungen auf eine anziehende Wirtschaft sowie positiv aufgenommene Unternehmenszahlen haben dem deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte ein kräftiges Plus beschert.
26.02.2025 - 18:08:07Frankfurt Schluss: Deutliche Gewinne - Wirtschaftshoffnungen
Der Dax DE0008469008 schloss mit einem Gewinn von 1,71 Prozent bei 22.794,11 Punkten und näherte sich wieder dem in der Vorwoche erreichte Rekordhoch bei 22.935 Zählern. Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Unternehmen stieg am Mittwoch auf das höchste Niveau seit Sommer 2023 und endete 1,90 Prozent höher bei 28.621,29 Punkten.
"Der Optimismus der Anleger in Frankfurt kennt in diesen Tagen scheinbar keine Grenzen. Schlimmer kann es für die deutsche Wirtschaft nicht mehr kommen, mit Schwarz-Rot kann es also nur besser werden, so lautet derzeit das Kaufargument für deutsche Aktien", schrieb Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets.
Auch auf europäischer Bühne ging es am Mittwoch aufwärts. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 stieg um 1,5 Prozent auf 5.528 Punkte. Außerhalb des Euroraums legte der Schweizer SMI CH0009980894 hingegen nur um 0,1 Prozent zu, während es für den britischen FTSE 100 GB0001383545 um 0,7 Prozent nach oben ging. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 notierte zum europäischen Börsenschluss 0,2 Prozent höher.
Die europäischen Börsen - allen voran der Dax - spielten aktuell in einer eigenen Liga und lösten sich zunehmend von der Wall Street, kommentierten die Investmentstrategen von Index Radar. "Sollte die Euphorie um die amerikanischen KI-Giganten weiter nachlassen, könnte sich der Kapitalstrom aus den USA in Richtung Europa fortsetzen", ergänzten die Experten mit Blick auf die am Abend nach US-Börsenschluss anstehenden Geschäftszahlen des KI-Chipkonzerns Nvidia US67066G1040.
Im Dax zogen die Anteile von Fresenius DE0005785604 um 6,5 Prozent an. Der Medizinkonzern zahlt nach einem Gewinnsprung im vergangenen Jahr wieder eine Dividende. Auch der Ausblick kam gut an. Über den Erwartungen lag auch der Ausblick des Versorgers Eon DE000ENAG999, woraufhin die Papiere um 3,0 Prozent nach oben zogen.
Bei Siemens Energy DE000ENER6Y0 suchten nach dem jüngsten Kursrückschlag Käufer wieder ihre Chance. Die Aktien des Energietechnikkonzerns lagen mit plus 8,5 Prozent an der Dax-Spitze. Von ihrem Rekordhoch der Vorwoche bei 64,56 Euro waren die Papiere bis zum Wochenbeginn um fast 22 Prozent zurückgekommen. Hauptgrund war ein Bericht, wonach Microsoft US5949181045 seine Investitionen in KI-Datenzentren drosseln könnte.
Der Rückversicherer Munich Re DE0008430026 steigerte seinen Gewinn trotz zweier zerstörerischer Hurrikane im vergangenen Jahr deutlich. Für gute Laune sorgten aber vor allem eine hohe Dividende und Aktienrückkäufe. Die Titel stiegen auf ein Rekordhoch und gewannen letztlich 4,8 Prozent.
Gewinnmitnahmen nach starkem Lauf gab es hingegen bei den Aktien der Deutschen Telekom DE0005557508. Die Zahlen der Bonner für 2024 nannte ein Händler durchwachsen und den Ausblick auf 2025 unter den Erwartungen. Am Dax-Ende verlor die T-Aktie am Dax-Ende 3,3 Prozent. Längerfristig sind Analysten für die Telekom aber optimistisch.
Besonders gefragt waren Aktien aus den Branchen Stahl und Baustoffe. Marktbeobachter betonten die Chancen für die Konzerne bei einem Wiederaufbau der Ukraine. Im Dax nahmen Heidelberg Materials DE0006047004 mit plus 3,5 Prozent wieder Kurs auf ihr jüngstes Rekordhoch. Im MDax DE0008467416 setzten die Anteile des Industrie- und Stahlkonzerns Thyssenkrupp DE0007500001 mit plus 8,3 Prozent ihre Rally fort. Klöckner & Co (KlöCo) DE000KC01000 gewannen im SDax DE0009653386 mehr als 12 Prozent, gefolgt von Salzgitter DE0006202005 mit plus 9,2 Prozent.
Die Aktien von Ströer DE0007493991 reagierten mit einem Kurseinbruch von mehr als 8 Prozent auf abgeflaute Übernahmespekulationen. Laut einem Medienbericht haben die Finanzinvestoren KKR sowie Hellman & Friedman die Gespräche über einen möglichen Kauf des Außenwerbegeschäfts von Ströer aufgrund von "Meinungsverschiedenheiten über die Preisvorstellung" abgebrochen.
Der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 DE000A2LQ884 will im neuen Jahr seinen Aufwärtstrend beim operativen Ergebnis fortsetzen und setzt sich höhere Ziele als erwartet. Das kam am Markt extrem gut an. Auf dem ersten Platz im MDax schnellten die Papiere um fast 21 Prozent hoch./edh/he
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---