Thema des Tages, Börsen/Aktien

Eine gewisse Ernüchterung rund um das Trendthema Künstliche Intelligenz (KI) hat am Montag den Dax DE0008469008 belastet.

27.01.2025 - 12:14:17

Aktien Frankfurt: Dax fällt nach Rekordhoch - KI-Gewitter verschreckt Anleger

Der deutsche Leitindex fiel bis zum Mittag um 1,42 Prozent auf 21.090,43 Punkte, nachdem er noch am Freitagvormittag bei 21.520 Punkten einen weiteren Höchststand erreicht hatte.

In der zweiten deutschen Börsenreihe gab der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Werte am Montag um 0,84 Prozent auf 25.889,21 Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 büßte 1,6 Prozent ein.

Börsianer verwiesen als Belastung auf hohe Verluste von Technologiewerten. Für den technologielastigen US-Index Nasdaq 100 US6311011026 wird ein Minus von fünf Prozent prognostiziert. Hintergrund des KI-Gewitters ist die Debatte um das chinesische KI-Start-up DeepSeek, das den etablierten Unternehmen aus dem Bereich Künstliche Intelligenz Konkurrenz machen könnte.

DeepSeeks neuestes KI-Modell soll kosteneffizient sein und womöglich mit weniger starken KI-Chips auskommen als die großen KI-Modelle der etablierten Anbieter. Experten wollen die jüngsten Entwicklungen zwar nicht überbewerten, da es nichts bahnbrechend Neues gebe. Gleichwohl könnte die Debatte eine Konsolidierung der teils hohen Bewertungen im Tech-Bereich auslösen, so ein Börsianer.

"Plötzlich könnten all die hohen Bewertungen so gar nicht mehr gerechtfertigt sein und plötzlich interessiert sich an der Börse auch keiner mehr für die großen Versprechungen des neuen US-Präsidenten Donald Trump, weitere 500 Milliarden Dollar in den KI-Hype zu investieren", schrieb Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Handelshaus RoboMarkets. DeepSeek könnte die Antwort auf die Zollandrohungen aus Washington sein.

Hierzulande sackten unter anderem Aktien aus der Chipindustrie ab. So verloren im Dax Infineon DE0006231004 mehr als vier Prozent. Für die Papiere von Siltronic DE000WAF3001, Jenoptik DE000A2NB601 und Aixtron DE000A0WMPJ6 ging es im MDax zwischen gut drei und mehr als acht Prozent nach unten. Als klares Schlusslicht im Nebenwerte-Index SDax DE0009653386 brachen Suss Microtec DE000A1K0235 um gut zwölf Prozent ein.

Am Dax-Ende büßten die Anteilsscheine von Siemens Energy DE000ENER6Y0 ihre deutlichen Kursgewinne der vergangenen drei Tage ein und sackten um mehr als ein Fünftel ab. Der Energietechnik-Konzern hatte in der Vorwoche noch deutlich von der Fantasie für den globalen Ausbau von Rechenzentren profitiert, da er mit seinen Geschäften in puncto Netztechnik sowie Stromübertragung und -verteilung als gut aufgestellt für das Thema Künstliche Intelligenz gilt. Für die Anteilsscheine von Siemens DE0007236101 ging es um mehr als fünf Prozent nach unten.

Auch die Papiere von Hochtief DE0006070006 büßten ihre zuletzt angesammelten Gewinne ein; hier stand zuletzt ein Verlust von fast sieben Prozent zu Buche. Das Unternehmen ist auch auf den Bau von Rechenzentren spezialisiert.

Darüber hinaus gaben die Aktien von BASF DE000BASF111 nach zunächst heftigen Schwankungen zuletzt nur etwas nach. Die am Freitag nach Börsenschluss veröffentlichten Eckdaten des Chemiekonzerns für das vierte Quartal lägen beim operativen Ergebnis im erwarteten Rahmen, schrieb Analystin Georgina Fraser von der US-Bank Goldman Sachs. Der Barmittelzufluss sei derweil wegen geringerer Investitionen besser ausgefallen.

Die Papiere von Stabilus DE000STAB1L8 hatten nach Eckzahlen zum ersten Geschäftsquartal zwischenzeitlich mehr als sieben Prozent verloren, bevor sie ins Plus drehten und zuletzt an der SDax-Spitze gut vier Prozent gewannen. Der Umsatz habe die Markterwartung etwas verfehlt, schrieb der Fachmann Stephen Reitman vom US-Analysehaus Bernstein Research. In puncto Profitabilität aber habe der Autozulieferer besser abgeschnitten./la/mis

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

@ dpa.de