Wettbewerb, Insolvenzen

Der Wirecard-Skandal beschäftigt am Freitag (10.00 Uhr) einmal mehr die bayerische Justiz: Im Musterverfahren um die Schadenersatzforderungen tausender geschädigter Aktionäre will das bayerische Oberste Landesgericht (BayObLG) eine erste Entscheidung verkünden.

28.02.2025 - 05:49:03

Wirecard-Musterverfahren: Gericht verkündet erste Entscheidung

Erwartet wird aber nicht das Urteil. Bislang steht noch die Festlegung aus, welche "Feststellungsziele" das Musterverfahren überhaupt haben soll. Bei der mündlichen Verhandlung hatte der 1. Zivilsenat die Vorlage des Münchner Landgerichts als "äußerst dürftig" kritisiert. Demnach war die Vorlage viel zu allgemein und nicht konkret genug formuliert,

Das Musterverfahren läuft separat zum Strafprozess, in dem sich Ex-Vorstandschef Markus Braun und zwei Mitangeklagte seit Dezember 2022 verantworten müssen. Auf dem zivilrechtlichen Musterverfahren ruhen die Hoffnungen zehntausender Wirecard-Aktionäre, für die die Pleite des Dax DE0008469008-Konzerns im Sommer 2020 Kursverluste in Milliardenhöhe mit sich brachte.

Beim Insolvenzverwalter Michael Jaffé haben 50 000 Wirecard-Aktionäre Forderungen von 8,5 Milliarden Euro angemeldet. Auf Schadenersatz geklagt haben 8500 Anleger, weitere 19 000 haben Schadenersatzforderungen angemeldet, ohne Klage eingereicht zu haben. Als Musterkläger ausgewählt - hat das Oberste Landesgericht quasi stellvertretend für die übrigen Aktionäre einen hessischen Bankkaufmann ausgewählt. Der Anleger hat nach Angaben seines Anwalts eine halbe Million Euro Peter Mattil mit Wirecard-Papieren verloren.

@ dpa.de