Lungeninfektionen: Kaltes Plasma zeigt vollständige Keimreduktion
02.06.2026 - 21:51:55 | boerse-global.deDie Behandlung schwerer Lungeninfektionen mit kaltem Plasma rückt näher an die klinische Praxis. Neue Studienergebnisse belegen die Wirksamkeit gegen beatmungsassoziierte Pneumonien.
Forscher der Viromed Medical AG haben den therapeutischen Einsatz von kaltem atmosphärischem Plasma (CAP) bei inneren Infektionen erfolgreich getestet. Die im Juni 2026 abgeschlossene Studie konzentrierte sich auf beatmungsassoziierte Pneumonien (VAP) – eine der gefährlichsten Komplikationen auf Intensivstationen. Das Verfahren zeigte eine vollständige Keimreduktion in den behandelten Bereichen.
Präzise Anwendung in der Lunge
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Die mehrjährige Forschungsinitiative identifizierte erstmals ein spezifisches therapeutisches Sicherheitsfenster für die Plasmabehandlung im empfindlichen Lungengewebe. Die Ergebnisse basieren auf einer Kombination aus Ex-vivo-Tests und klinischer Anwendung. Nach Abschluss der Studie Anfang Juni 2026 werden die Daten nun zur Veröffentlichung in einem wissenschaftlichen Fachjournal eingereicht.
Die Validierung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Universität des Saarlandes und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Diese Institutionen lieferten den wissenschaftlichen Rahmen für die experimentelle Überprüfung vor dem Übergang zur Patientenbehandlung.
Erste erfolgreiche Anwendung bei Transplantationspatienten
Ein bedeutender Meilenstein gelang mit der ersten klinischen Anwendung der Plasmatechnologie bei einem Patienten nach einer Lungentransplantation. Der erfolgreiche Verlauf demonstriert das Potenzial des Verfahrens in Hochrisiko-Bereichen der Chirurgie und Nachsorge. Gerade Transplantationspatienten sind aufgrund der Immunsuppression besonders anfällig für schwere Infektionen.
Zukunftsaussichten und Unternehmensentwicklung
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Die Forschung beschränkt sich nicht auf beatmungsassoziierte Pneumonien. Laufende Untersuchungen prüfen den Einsatz von kaltem Plasma bei weiteren schwer behandelbaren Infektionen wie Endokarditis (Herzinnenhautentzündung) und Pleuraempyem (Eiteransammlung im Brustfellraum). Diese strategische Ausrichtung zielt auf Erkrankungen, die mit herkömmlichen Medikamenten oft nur unzureichend behandelbar sind.
Parallel zu den Forschungserfolgen zeigte sich das Management von Viromed Medical zuversichtlich. Vorstand Uwe Perbandt erwarb Ende Mai 2026 2.000 Aktien zu je 6,60 Euro über die XETRA-Börse – ein Investment von insgesamt 13.200 Euro. Am heutigen Dienstag notiert die Aktie bei rund 6,90 Euro auf Tradegate.
Die Ergebnisse könnten den Weg für eine neue Behandlungsoption auf Intensivstationen ebnen. Wann das Verfahren jedoch regulär zum Einsatz kommen kann, hängt von weiteren klinischen Studien und Zulassungsverfahren ab.
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